Im Camp Saroz klingelte um 7 der Wecker, allerdings wurde sich nach kurzer Lagebesprechung entschieden den Wecker auf um 8 zu stellen, da wir hier 1 Stunde voraus waren.
Um 8 sind wir dann aufgestanden und erstmal ins echt kalte Meerwasser. Danach wollten wir unter die warme Dusche, aber warmes Wasser gibt’s erst nachdem die Sonne mitgeholfen hat. Also Beeilung und ab in die warmen Bikerklamotten. Nun noch schnell alles zusammenpacken, die Übernachtung bezahlen und gegen halb 10 losfahren. Heute sogar ohne Frühstück.

Auf den Nebenstraßen entlang bis zur Küstenstraße am Marmarameer. Der Zustand der Straßen war eher mittelmäßig mit vielen Unebenheiten, allerdings dafür kaum Verkehr. Die Küstenstraße an sich war wiedermal sehr schön anzusehen, teilweise sind wir bestimmt nur 5m neben dem Meer daher gefahren. Auf einmal wandelte sich die flache Landschaft in eine von Kurven geprägte bergige Küstenstraße mit teilweise echt schönen Ausblicken.



In Tekirdag mussten wir Tanken und im Nachhinein ging es fast nur noch über Autobahnen an Marmaraeglesi vorbei, bis sich plötzlich hohe Wohnbauten rechts und links von uns auftauchten und wir uns in Istanbul wiederfanden, ganz ohne Ortseingangsschild… Nahezu die ganze Küstenstraße von Marmaraeglesi ist mit Wohngebieten bebaut. Es ist also anscheinend recht schwierig zu sagen wo Istanbul wirklich beginnt.
Die Straßen waren auf einmal voll mit Autos und jeder fuhr so wie es ihm beliebte. Auch Staus gibt es in Istanbul, wie der in den wir kamen. Ein Auffahrunfall auf der mittleren Spur, wie wir herausfanden. Also mussten sich alle rechts und links daran vorbeiquetschen. Vorbeiquetschen ist in diesem Verkehrschaos ein gutes Stichwort. Da eh jeder fährt wie er will und die Motorrad und Mofafahrer noch viel schlimmer waren, mussten wir uns anpassen. Also versuchten wir uns auch auf allen möglichen wegen an den Dosenfahrern vorbei zu drängeln, ist hier ganz normal. Manchmal war das mit Papas breiter Karre ganz schön eng, aber Hupen regelt in Istanbul vieles. Die Autofahrer fuhren beiseite damit wir und die andern passieren konnten. Kurz vor dem Ende des Staus meinte Papa zu mir: „Es sind immer noch über 30km bis zum Hotel.“ Für mich in dem Moment kaum vorstellbar, das wir bereits in Istanbul waren, aber wenn man sich vorstellt das der Ort eine Ost-West-Ausdehnung von über 100km hat, kann das schon stimmen.
Irgendwann sind wir dann von der Hauptstraße abgefahren und wieder einmal durch winzige Hinterhofstraßen gefahren und dachten das die mal wieder ein Gruß von Papas Navi ist, welches uns schon so manches mal durch die letzten Ecken eines Ortes geleitet hat nur um ein paar Meter an Weg zu sparen. Siehe da, nach ungefähr zwei Kilometern kamen wir mit vielen weiteren Verkehrsteilnehmern auch an unserem Hotel vorbei. Also wurde schnell mit dem Hotelpersonal die Parkplätze für die Motorräder direkt vor dem Eingang des Hotels abgeklärt und das Gepack nach oben ins Zimmer gebracht.
Nun aber erstmal was leckeres zu Essen zwischen die Zähne bekommen. Für mich gab es eine gemischte Grillplatte und Papa hatte einen Salat und Fleischbällchen mit Pommes.

Voll gefressen ging es dann zum Großen Basar und der ist mal wirklich groß. Ein Labyrinth aus Gängen und Läden in dem wir uns ohne Google Maps danach zu benutzen wahrscheinlich wirklich verlaufen hätten. Einen Pin für unsere Kutten mit der Aufschrift „Istanbul“ kann man dort leider vergeblich suchen, überall nur die türkische Flagge. Die verschiedenen Teesorten haben mich allerdings sehr zum schmunzeln gebracht. 😀


Nach einer 2-stündigen Tour durch den Basar, welcher anstrengender war als die Fahrt dorthin, sind wir erstmal zurück ins Hotel gegangen um uns fürs Abendessen auszuruhen. Ein wunderschöner Ausblick.

Zum Abendessen ging es dann auf Empfehlung des Hotelpersonals in das Restaurant direkt gegenüber vom Hotel. Da wir dort im Anschluss nicht mit Karte zahlen konnten, waren wir nun auch Besitzer von türkischer Lira.

Nun noch schnell ein Bier in der Rooftop-Bar und den herrlichen Ausblick genießen. Prost!

