
Heute früh bin ich extra dreiviertel 7 kurz aufgestanden um ein Foto vom Sonnenaufgang zu machen, aber die blöden Wolken haben mich geärgert.

Also hab ich mich wieder hingelegt, um halb 8 das ganze nochmal zu tun. Diesmal sogar mit etwas mehr Sonne.
Anschließend gings schnell runter an den Strand, denn wenn noch kein Bademeister da ist, kann uns auch keiner am Baden hindern. Die Wassertemperatur war fast ein bisschen zu warm für diese Uhrzeit, aber die Wellen haben richtig Laune gemacht.


Nun aber schnell wieder aufs Zimmer, duschen und ab zum Frühstück.
Die Auswahl war sehr vielfältig und überhaupt die gesamte Versogrung und das Hotelpersonal war super. Gegen 9:20 Uhr ging es für uns dann wieder auf die Straßen um nach circa anderthalb Stunden die ersten Polizisten zu sehen, welche uns auch promt den Weg versperrten. Auf Nachfrage erfuhren wir das aufgrund irgendeiner Regierungsmaßnahme die nächsten 5 Stunden alle Straßen nach Norden gesperrt seien und unsere beste Möglichkeit zu Warten wäre.

Da Rumstehen aber für uns keine Option ist und wir sowieso schon geländeerprobt waren, dachten wir uns: „Irgendeinen Weg nach Norden wird’s schon geben.“ Und somit haben wir uns weiter nach Westen aufgemacht um dort einen Weg Richtung Rumänien zu finden.

Die Landschaft in Bulgarien ist recht eintönig, viele gerade Straßen machen auch das Fahren recht anspruchslos. Nach zwei weiteren gesperrten Straßen hatten wir die Hoffnung schon fast aufgegeben, aber bei Nova Sagora sah die Straße recht offen aus. Ein kleiner Bergpass Richtung Weliko Tarnowo führte uns näher und näher an Rumänien heran. Der Bergpass an sich war so schön zu fahren, dass ich mal wieder die Führung übernommen habe und auch der dichtere Verkehr war zur Abwechslung mal ganz angenehm, endlich mal wieder Überholmanöver, wo man auch aufpassen musste.
Oben auf dem Bergpass, versteck im Schatten eines Baumes, lauerte es und wartete nur auf mich. Das Schlagloch, welches ich mit leicht erhöhter Geschwindigkeit komplett mitgenommen habe. Direkt in der nächsten Kurve dachte ich mir: „Fühlt sich irgendwie komisch an, unter deinem Hinterrad… Naja, ist bestimmt nur die Straße.“

In Russe mussten wir dann Bulgarien Auf Wiedersehen sagen und begrüßten Rumänien. Beim nächsten Tankstopp wollte ich nochmal den Reifen überprüfen und versuchte mit der Hand den Druck zu prüfen, doch dabei wackelte und klackerte das Hinterrad nur. Diagnose: Hinterradlager defekt, böses Schlagloch…
Nach anfänglichen Versuchen es bis nach Pitesti zu schaffen, was unserer Route entsprochen hätte, entschieden wir uns nach einem kurzen Telefonat mit dem Motorradschrauber meines Vertrauens doch lieber nach Bukarest zu fahren, weil dort die Chance auf neue Radlager einfach größer war.

Nach circa 200km mit kaputtem Hinterradlager und insgesamt über 10 Stunden auf den Motorrädern sitzen wir nun gemütlich am Campingplatz Belvedere und genießen unser Campingabendessen unter sternklarem Himmel. Hoffentlich geschiet morgen ein Wunder und die Leute bei Honda Bukarest bekommen mein Motorrad schnell wieder hin. Prost!