19.09.2023 Camp Belvedere – Klein-Talmesch

Aufgrund der morgendlichen schlechten Laune gabs heute mal kein Foto vom Sonnenaufgang. Heute früh musste ich als aller erstes eine Werkstatt finden, die mein Hinterrad wieder reparieren konnte. Also hab ich es direkt bei der ortsansässigen Hondawerkstatt versucht. Der Chef mit dem ich telefonierte, kannte unseren Campingplatz auch direkt, weil er seinen Camper dort seit…

Aufgrund der morgendlichen schlechten Laune gabs heute mal kein Foto vom Sonnenaufgang. Heute früh musste ich als aller erstes eine Werkstatt finden, die mein Hinterrad wieder reparieren konnte. Also hab ich es direkt bei der ortsansässigen Hondawerkstatt versucht. Der Chef mit dem ich telefonierte, kannte unseren Campingplatz auch direkt, weil er seinen Camper dort seit über 2 Jahren stehen hat. Er meinte das er mir auf jeden Fall so schnell wie möglich helfen wird. Also wie immer unsere Morgenroutine und ab zur Werkstatt. Noch 12 Kilometer müssen die Radlager halten. Es war für mich eher eine Fahrt wie auf Eiern, immer bereit dafür das das Hinterrad irgendwelche faxen macht. Dort angekommen wurden fix die Motorraddaten aufgenommen und nach 10 Minuten wurde mir versprochen das ich nach spätestens 4 Stunden weiterfahren könnte. Die Wartezeit haben wir mit kostenlosem WLAN im Besucherbereich auf gemütlichen Sesseln verbracht und haben sogar einen anderen deutschen Biker getroffen, welcher selber mit einem platten Vorderreifen noch ungefähr 150 Kilometer bis zur Werkstatt gefahren ist. Mit ihm haben wir uns ungefähr eine Stunde über verschiedene von uns und von ihm unternommene Touren unterhalten.

Gegen halb 1 ging es für uns dann mit neuen Radlagern und einer frisch geölten Kette weiter. Hier ein großes Lob an die Hondawerkstatt in Bukarest, welche sehr freundlich und hilfsbereit war.

Wir machten uns also auf zur ersten Überquerung der Karpaten über den Transfargarasan. Auf dem Weg dorthin versuchten wir auf der Autobahn etwas Zeit wieder gut zu machen, fuhren also stellenweise bis zu 170kmh, entschieden uns jedoch bei Petesti die Regensachen überzuziehen, da eine Schlechtwetterfront über die Berge zog.

Dinge die man erst beim ausprobieren merkt, findet man eben nur heraus, indem man sie tut und so merkte ich kurz darauf, dass meine Regenhose im Bereich zwischen den Beinen nicht mehr ganz so dicht zu sein schien. Naja was soll man da jetzt machen, nichts. Also weiterfahren. Auf der südlichen Seite der Karpaten waren die Straßenverhältnisse zum Regen dazu noch auch noch sehr schlecht. Viele Schlaglöcher, geflickte Straßenabschnitte und wechselnder Straßenbelag sorgten dafür das die Laune weiter sinkt.

Auf einmal erschien am Straßenrand ein brauner Hügel und erst als dieser sich bewegte merkten wir, das dort, nichtmal einen Meter neben uns, ein Bär saß, welcher sich allerdings für uns im Vorbeifahren nicht wirklich interessierte. Ich dachte mir direkt: „Warum hast du auch deine Kamera nicht an!“.

Nachdem wir die Staumauer des Vidraru Sees überquert hatten und ich die Kamera bereits laufen ließ, konnten wir noch eine weitere kleine Bärenfamilie auf Video aufnehmen. Eine Mutter mit ihren zwei Jungtieren, welche aber schon friedlich mit anderen Autofahrern interagierten. Insgesamt haben wir auf der Strecke 5 Braunbären gesehen. Ich wäre echt gern angehalten, aber irgendwie hat sich weder meine Hand noch mein Fuß überreden lassen zum Anhalten zu bremsen. Naja war vielleicht auch besser so… Bilder bzw. Videos dazu kommen noch.

Ab 1500m Höhe befanden wir uns dann über der Baumgrenze und man konnte die Landschaft drum herum etwas besser betrachten, die Straßenverhältnisse blieben allerdings noch gleich bis wir durch den Tunnel auf die nördliche Seite des Transfagarasan kamen.

Hier waren die Straßen erheblich besser und nach einem kurzen Stopp für ein Foto ins Tal hab ich die Führung übernommen. Naja, anders gesagt ich bin zugefahren um meine Maschine auch mal etwas zu fordern. Die Straßen bergab gingen sehr schön zu fahren und ich ließ Papa sehr schnell hinter mir. Wären die Straßen komplett trocken gewesen, hätte ich darauf bestanden noch einmal komplett nach oben und wieder runter zu fahren.

Circa 40 Kilometer vor unserem Tagesziel wurden die Regenklamotten dann wieder ausgezogen, um meine Hose noch etwas per Fahrtwindföhn zu trocknen.

Endlich am Campingplatz angekommen stellten wir fest, dass das Tor geschlossen war und an der ausgeschriebenen Telefonnummer niemand abnahm. Also meinte Papa das ihm für heute auch ein Zimmer in einem Hotel oder so recht wäre um die nassen Sachen zu trocknen.

Also laß ich die erste Rezension des ersten Vorschlags von GoogleMaps vor und dieser hat uns so beeindruckt, dass wir der Sache eine Chance gaben. Auch war diese Unterkunft lediglich 4 Minuten entfernt. Dort angekommen wurden wir direkt herzlich von der Gastgeberin, einem herrlichen Ambiente und einem Pflaumenschnaps zur Begrüßung in Empfang genommen.

Unsere Wahl war wohl die richtige. Die Gastgeberin ist sehr nett und hat uns sogar zum Bed & Breakfast noch traditionelle Polenta mit Würstchen, Fleisch, Käse, Frischkäse, Quark, Gurken und Brot zum Abendessen zubereitet.

Nie hätte ich gedacht dort einen so schön hergerichteten Hof mit 9 zur Verfügung stehenden Zimmer zu finden. Wir sind übrigens die einzigen Gäste 😊. Als Nachtisch gab es sogar noch Kuchen. Aber nicht das ihr denkt wir saßen auf dem Trockenen, im Zimmerpreis inbegriffen war eine ganze Flasche leckerem Pflaumenschnaps und der Zapfhahn wurde von der Gastgeberin selbst zu unsren Wünschen bedient. Also: Prost!